Schon mal, um zu sammeln …
- "Google will Alles." – Passt. Ich bin gerade dabei, meinen eigenen neuen Mail-Server im Ausland aufzuziehen. Das Blog zieht dann mit.
- digiges: "Neue Broschüre: Wie das Internet funktioniert" – vertrete ja schon seit längerem die Ansicht, dass die netizen verstärkt aus allen Richtungen versuchen sollten als Nördlobby mehr Bewusstsein in der Politik zu schaffen.
- via kraftfuttermischwerk: "Adblock AFK" – STHLM – warum überhaupt Werbung im Personennahverkehr? Und Kabelbinder als moderner Holzschuh für kostenfreien ÖPNV.
2012-01-25
Was vom Tage übrig blieb … #2
Posted by
GrumpyOldMan
at
3:17 PM
1 comments
2012-01-19
Der Tag hat 48 Stunden – #tolleWurst.
Ich habe mir mal gerade den erklärenden Text von Gefion durchgelesen, der eine sehr gute transparente Darstellung der Ereignisse bezüglich des kleinen Fauxpas in Bezug auf den 18. Januar beziehungsweise dem verspäteten SOPA-Blackout liefert – ich gehe hier gar nicht weiter auf den Inhalt in Bezug auf das Thema SOPA ein, sondern lediglich auf die Protestform.
Besonders gefällt mir die Zeile, in der steht, dass die IT den Termin so nicht gewusst oder verstanden hätte. Leben der Vorstand der Piraten und die IT auf verschiedenen Planeten mit unterschiedlichen Datumsgrenzen und Rotationsgeschwindigkeiten?
Der 18. Januar 2012 begann am 18. Januar 2012 um 0:00h und endete um ca. 23:59h und 59 Sekunden – und das sogar weltweit an allen Orten – nur halt zu anderen Zeiten.
– HÄ? –
Was die Beschränktheit von Ideen angeht, muß ich sagen, dies als Piraten obendrein noch nicht mal global zu betrachten, sondern nur 'national', zeigt mir, dass man sich gegenseitig langsam aber beständig vom erweiterten Denken hin zu einem eingeschränkten Denken 'weiterzurückentwickelt'.
Im nimmermüden Internet, wo die Ursprünge der Piratenpartei eigentlich mal herkamen, hat der Tag nämlich mehr als 24 Stunden, nimmt man alle 24 Zeitzonen hinzu. So ergibt sich von und bis zur Datumsgrenze eine Tageslänge von 48 Stunden.
Um einem internetweiten Protest Genüge zu tun, hätte aus der Sicht der deutschen Piratenpartei der Blackout bereits am 17. Januar 2012 um 12:00h beginnen KÖNNEN* und man hätte am 19. Januar um 12:00h wieder den Normalzustand wiederhergestellt. So wäre der 18. Januar weltweit wahrgenommen worden. Das Spiel ließe sich auch auf Zeitzonen-Skripte erweitern, wie ich auch immer …
Selbst wenn man das mit der Begründung einer 'zu langen' Protestlaufzeit abgelehnt hätte oder der Argumentation, daß weder auf Tokelau noch auf Amerikanisch-Samoa deutschsprachige Menschen leben würden (was noch zu beweisen wäre ;-) , wäre es ein schöner Spin gewesen, wieder einmal darauf hinzuweisen, dass das Internet gerade nicht in den Grenzen von 1984 liegt.
Was die technische Umsetzung einer solchen Protestform angeht, möchte ich noch gerne auf zwei wohl sehr unbekannte Dienste hinweisen. Ich meine hier nicht die Uhr und den Wecker – aber sowas ähnliches: 'cron' (ich gehe jetzt mal einfach davon aus, dass das Blog der Piraten nicht unter SAP läuft, sondern auf einem Linux-basierten System (was auch noch zu beweisen wäre). Da möchte ich den Verantwortlichen doch gerne noch "Cron vor Dummies" mit auf den Weg geben. Bevor jetzt wieder alle aufschreien, ich hätte das aber mit 'at' gemacht… bitte schön.
Schade eigentlich.
*KÖNNEN ist herausgestellt, da viele Piraten dazu neigen, eine absolutistische Diskussionsform heranzuziehen und dabei Möglichkeiten außer Betracht lassen (und nicht könnten).
2012-01-18
Today … Jan18 – Blackout SOPA …
Best protest site I've seen … is Oatmeal! (Plz don't sue me for kittens sake) – I linked it … but I'm not sure if oatmeal will still make it available after Jan18… it's really, really…
Check for yourself …
2012-01-17
2012-01-16
Das europäische SOPA: IPRED – und wir sind mittendrin.
Ich bin ja weniger der große Schreiber, möchte hier aber ein paar "kleine" erschreckende Parallelen der Entwicklungen in den VSA und der EU aufzeigen, die vielen im deutschsprachigen Raum der EU wohl bisher durch die Finger geflutscht sind.
Während sich gerade (zum Glück) ein netzweiter Widerstand gegen die von Contentfaschisten initiierte Zensurmaßnahme SOPA & PIPA bildet, der am 18. Januar im Blackout seinen Höhepunkt erreichen könnte, baut die EU-Kommission ganz nebenbei ihre eigene Form von Zensurmaßnahmen gegen die Netizens aus – wie es sich für eine europäische Adaption gehört…
Natürlich in zweifacher Ausführung.
Zum einen geistert seit längerem das in Schweden bereits bekannte Wort "IPRED" durch die Gegend, ohne im restlichen EU-Raum großartig erfasst, erkannt oder gar verstanden zu werden – klar, heißt sie doch einfach nur "Richtlinie 2004/48/EG".
IPRED – "Intellectual Property Rights Enforcement Direktive" – der Name sagt eigentlich schon alles – in Schweden ist diese Direktive bereits seit 2009 Gesetz und wird inoffiziell auch gerne als "Filesharinggesetz" (fildelningslagen) bezeichnet. Wer sich ein wenig mit den Dokumenten von Wikileaks beschäftigt hat, dem wird aufgefallen sein, dass dieses Gesetz in Schweden sehr stark von den US-Lobbyisten beeinflusst worden war. Während nun also in Schweden die Polizei und Staatsanwaltschaften gegen die Vereinigung der terroristischen Kinderpornoraubmordkopiererkommunisten aufrüstet und sogar die separate "FileSharingStaatsanwaltschaft" erschafft, ploppt in der schwedischen Presse ganz nebenbei ein kurzer Artikel auf, welcher die nächste Eskalationsstufe gegen die Freiheit im Netz auf europäischer Ebene einläutet:
Die E-Commerce Direktive.
Der Name zeigt auch hier, wessen Interessen eindeutig geschützt werden sollen. Zum Wohle aller Unternehmen, im ganz und gar kommerzialisierten Internet, sollen Internetprovider dann einfach auf Zuruf der Contentfaschisten, die entsprechenden Seiten abschalten.
Es ist momentan noch nicht klar, inwieweit die E-Commerce Direktive in die IPRED-Direktive einfliessen wird oder ob beide parallel als "Richtlinien" umgesetzt werden sollen – dies verändert aber nicht die Hauptaussage: "Copyright Wars" – dagegen ist Zensursulas Stoppschildinitiative Kinderfasching.
Falls jetzt jemand denkt, hinter den beiden Maßnahmen IPRED und E-Commerce Direktive steckten die üblichen Verdächtigen der Europäischen Kommission hinter, also z.B. Censilia – oops – Cecilia Malmström, Neelie Kroes oder Vivian Redding … nein. Viel besser – es ist der französische EU-Kommissar Michel Barbier – da klingelt noch nichts? Ich rede hier von der französischen Version eines Kauder-Netzes: HADOPI – drei Mal was "Illegales" getan und es wird die digitale Todesstrafe vollzogen. Er scheiterte zwar mit der Einführung von HADOPI auf EU-Ebene, dafür hat er ja jetzt die noch mächtigere E-Commerce-Direktive.
Wenn man jetzt noch alle Begriffe in einen Kontext setzt: ACTA, SOPA, PIPA, IPRED, E-Commerce, hoffe ich, dass bei einigen doch mal ein paar Alarmglocken angehen.
Und nur Karl Theodor von und zu Guttenberg wird uns retten können … kurz in eigener Sache, da sich ja viele Netzaktivisten gerne auf Twitter tummeln, was ich mittlerweile überhaupt nicht mehr verstehen kann – wäre schön, wenn die Inhalte dieses Textes oder auch nur die Links ausnahmsweise ein wenig gepusht werden könnten – denn ich befürchte langsam…
Telecomix bekommt bald viel Arbeit – innerhalb der Grenzen Europas.
